Kauf älterer Blockhäuser

Ist es seinen Preis wert?

Älteres BlockhausEin gut gepflegtes und angemessen instand gehaltenes Blockhaus überlebt problemlos mehrere Generationen. Dennoch, wie soll jemand, der mit Holzbauten unerfahren ist, vor dem Kauf eines älteren Blockhauses abschätzen, ob es seinen Preis wert ist und in welchem Zustand es sich befindet? Mit modernen Schutzmitteln und Holzlasuren kann ein Blockhaus auf den ersten Blick wie neu und hervorragend erhalten aussehen.

Bei der Blockhausbewertung müssen drei Bereiche begutachtet werden:

Die Qualität der Konstruktion

– Konnte sich das Blockhaus gleichmäßig setzen?

Jede Holzkonstruktion setzt sich. Die Setzung ist ein natürlicher Prozess, der durch das nachträgliche Holztrocknen hervorgerufen wird.  Das Holz passt sich noch ein Jahr nach dem Einbau den klimatischen Verhältnissen, mit denen sich auch der Feuchtigkeitsgrad verändert, an. Beispielsweise setzen sich neue, einseitig stärkerer Sonnenausstrahlung ausgesetzte Holzhäuser, auf dieser Seite schneller und schrumpfen – das Haus wird somit „schief“. Sofern beim Bau homogenes Holz ähnlicher Eigenschaften verwendet wurde, wird sich auch die andere Seite des Hauses  gleichmäßig setzen, was aber längere Zeit in Anspruch nehmen kann. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass ein älteres Blockhaus von Laien, welche diese Holzeigenschaften nicht miteinbezogen hatten, gebaut wurde. Fenster und Türen wurden dann wohlmöglich, bevor sich das Blockhaus gleichmäßig setzen konnte, eingebaut. Nach der Setzung des Blockhauses zeigen sich Spalten und Sprünge. Ein derartiges Blockhaus verliert viel Wärme. In diesem Fall sollte man unbedingt zweimal über einen Kauf nachdenken. Nachträglich sind die Folgen einer unregelmäßigen Blockhaussetzung irreparabel.

  • Ist das Konstrukt angemessen vor Witterungsbedingungen geschützt?

Blockhäuser müssen ein „langes“ Dach haben. Das heißt ein Dach, das bei einem eingeschossigen Blockhaus mindestens einen Meter über die Fassade hinaus reicht und ihr somit einen angemessenen Schutz vor Regen, Wind und anderen Witterungsbedingungen bietet. Wenn das Dach „zu kurz“ ist, muss man bei einem solchen Blockhaus mit mehr Arbeit rechnen; das Holz hat schneller ausgedient, der Holzschutz wird schneller „weggespült“.

  • Wurden die Verbindungen von Holz und Beton nach den Holzbaunormen angefertigt?

Die Abstände zwischen den tragenden Holzelementen und den Betonplatten sollten mindestens 10 cm betragen. Erreicht wird das durch Abstandhalter aus Stahl zwischen Beton und Holzbalken. Ist dieser Abstand jedoch geringer, nimmt das Holz die vom Beton abgegebene Feuchtigkeit auf. Das Holz beginnt zu schimmeln, was für die komplette Baukonstruktion bedrohlich wird. Betonplatten und Keller älterer Holzobjekte wurden für gewöhnlich nicht wasserabgedichtet, und ein derartiger Beton saugt zusätzlich gern Feuchtigkeit auf.  Der Abstand zwischen den Holzelementen und dem Beton ist deshalb besonders wichtig.

  • Konstruktionsqualität des Holzes

Welche Qualität hat das eingebaute Holz? Je näher die Jahresringe im Holz zusammen liegen, je mehr dunkle Ringe sichtbar sind, umso dichter ist das Holz und aus diesem Grund auch widerstandfähiger gegen Alter, Witterungsbedingungen, Ungeziefer und Mikroorganismen. Das gefällte Holz einer Winterfällung, und Holz aus hochgelegenen Gebieten ist für gewöhnlich dichter und deshalb für den Bau besser geeignet.

Der Holzschutz

  • Ist das Konstruktionsholz tiefenimprägniert oder eher oberflächlich geschützt?

Vor 20 Jahren wurden die meisten Blockhäuser aus nicht tiefenimprägniertem Holz gebaut. Das Holz kann nur in der Zeit geschützt werden, in der es noch nicht eingebaut und der Vorgang des Holztrocknens noch nicht abgeschlossen ist. Nachdem die relative Holzfeuchtigkeit von 20% erreicht wurde, kann das Holz nicht mehr imprägniert, sondern lediglich noch mit Oberflächenanstrichen, die jedoch nicht tiefer als 2 mm in die Holzfläche greifen, geschützt werden. Wenn das Holz vor dem Einbau imprägniert wurde, ist das beim Blockhauskauf ein großes Plus.  Ein solches Blockhaus kann den Witterungsbedingungen und Schädlingen trotzen, selbst wenn die Oberfläche unbehandelt bleiben sollte.  Im entgegengesetzen Fall benötigt ein Blockhaus einen regelmäßigen Schutzanstrich mit – dem Standard entsprechenden – Holzschutzmitteln. An dieser Stelle sollte betont werden, dass – vor dem Einbau imprägniertes – Holz alle positiven Holzeigenschaften (Absorbieren von Giften,…) beibehält.

Die Wohnqualität des Objektes

  • Ist das Blockhaus ausreichend wärmeisoliert?

Die Qualität eines Massiv- oder Holzhauses hängt von deren Wohnqualität ab. Die Wärmeisolierung hat eine Schlüsselbedeutung beim Kauf eines älteren Blockhauses. Selten wurden Blockhäuser vor 30 Jahren angemessen wärmeisoliert. Auf jeden Fall muss man sich vor dem Kauf eines solchen Objektes über die realen Heizkosten (der Zustand und die Isoliereigenschaften der eingebauten Fenster beeinflussen den Wärmeverlust des Blockhauses wesentlich) informieren. Ein nachträgliches Anbringen von Isolationsmaterialien an ältere Blockhäuser ist teuer und umständlich. Gleichzeitig verändert jede nachträgliche Isolierung die klimatischen Verhältnisse des eingebauten Holzes, was eine beschleunigte Holzverwitterung herbeiführen kann. Diejenigen, die ein Blockhaus vor allem wegen der positiven Auswirkungen des Holzes auf die Gesundheit kaufen, müssen auch überprüfen, ob eine bestehende Isolierung des älteren Objektes gesundheitlich einwandfrei ist.  In den meisten, erst nachträglich isolierten Gebäuden, finden wir Materialien wie Styropor oder Glaswolle. Mit derartigen Materialien isolierte Blockhäuser können nicht mehr als biologisch oder gesundheitsfreundlich bezeichnet werden.

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