Wie viel Arbeit soll man in Pflege und Schutz eines älteren Blockhauses stecken?

Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich denke über den Kauf älterer renovierter Blockhäuser nach. Vor allem interessiert mich, wie viel Arbeit man in Pflege und Schutz des Holzes weitergehend investieren muss. Also, welche Pflichten werden mich insgesamt erwarten, um das Haus in einem gesunden und guten Zustand zu bewahren?  Benötigt es jedes Jahr einen Neuanstrich mit irgendeinem Mittel (außen und innen) und was sollte noch berücksichtigt werden?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Cornelia


Antwort:

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich bin selbstverständlich darum bemüht Ihnen so einfach und praktisch wie möglich zu antworten.

Zuerst zur äußeren Fassade

Blockhäuser sollten, insofern betreffend, bereits von Anfang an mit einem Holzschutzanstrich geschützt sein (in 99% ist das bei älteren Blockhäusern der Fall), danach sollten sie alle drei Jahre nachgestrichen werden.

Sofern ein Blockhaus eine tiefe Imprägnierung der äußeren Fassade durch eine Holzlasur aus Kiefer genießen durfte, und das noch bevor das Holz eingebaut wurde (ca. bei 1% der älteren Blockhäuser), dann benötigt es keinen weiteren Anstrich bzw. einer zusätzlichen Pflege. Das natürliche Grau, welches das Holz mit seinen Jahren annimmt, ist sein eigener Schutzmantel, den man nicht »unsachgemäß« mit Holzschutzmitteln behandeln sollte. In diesem Fall wäre die Verwendung fettiger Schutzmittel bzw. Holzanstriche schädlich für das natürliche Klima des Holzobjektes.

Wie Sie bemerkt haben, hängt die Pflege der Außenfassade vom ursprünglichen thermobiologischen Schutz des Holzes ab.

Werfen wir nun einen Blick auf die Innenpflege

Wenn auch das Blockhausinnere aus Holz ist (egal ob sich die Isolation hinter Holzstämmen oder einer Holzauskleidung befindet), bitte auf gar keinen Fall anstreichen! Werden die Innenholzwände mit einem Schutzmittel angestrichen, wird auf gleichem Wege die natürliche Eigenschaft des unbehandelten Holzes, Gifte zu absorbieren und Staub abzuweisen, zerstört. Das Holz im Inneren wird »nicht gepflegt«, da sich das unbehandelte Holz um sich selbst kümmert. Es gibt natürlich auch hier Ausnahmen, wie zum Beispiel das Badezimmer, welches einer überdurchschnittlichen Feuchtigkeit ausgesetzt ist.

Genau deshalb sind bei Blockhäusern eine gute Isolation und ausreichende Lüftung entscheidend. Auf diese Art bleibt das Holz im Inneren gesund.

Zum Abschluss noch ein wenig über die Instandhaltungskosten

Angenommen die Außenfassade Ihres zukünftigen Blockhauses wurde bereits von Anfang an mit einem Holzanstrich geschützt. Bei den meisten Objekten, im Alter von zehn Jahren, ist das der Fall. Insofern würde ein frischer Blockhausanstrich (wir sprechen über die Außenfassade eines mittleren Blockhauses) inklusive Arbeitskosten ca. 500 Euro betragen. Hier wurden der durchschnittliche Preis der Holzschutzmittel und der Arbeitsstunden, falls Arbeiter beschäftigt werden, miteinbezogen. Der Vorteil einer Holzfassade im Vergleich zu einem Mineralverputz eines Massivhauses ist, dass Sie zur Pflege eines derartigen Objektes keine „Fachmänner“ mit besonderen Geräten benötigen. … Alles was Sie brauchen, ist eine Holzlasur, eine sichere Leiter, einen Pinsel bzw. Walzen und Arbeitshände.

Ungeachtet dessen, dass die Außenfassade – wie bereits erwähnt – alle drei Jahre angestrichen werden sollte, ist diese Empfehlung nicht von obligatorischem Charakter. Vor allem hängt das mit der Lage jedes einzelnen Holzobjektes und dessen Witterungsbeständigkeit zusammen. Häuser mit längerem Dachgesims und einer entsprechenden Holzschutzkonstruktion benötigen wohl erst alle fünf Jahre oder sogar noch später einen Neuanstrich. Bei der Entscheidung, ob es bereits an der Zeit für einen neuen Holzschutz ist, seien Sie vor allem praktisch. Wenn Sie den Zustand des Anstriches an gefährdeten Stellen schnell mit Ihren Augen bewerten, reicht das völlig um eine Entscheidung über einen Neuanstrich zu treffen.

 

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